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Datenschutz im Internet - Konzerne mit Blick auf den Privatbereich? I

1. Februar 2011 von Dennis Ziolkowski

In den letzten Jahren ist die Debatte um Datenschutz im Internet höher wie nie. Facebook, Google, SchülerVZ und andere Internetplattformen geraten dabei immer öfter in Kritik. Doch was steckt dahinter? Warum wird darüber so viel getadelt?

Im Jahr 2004 startete der Internetriese Google seinen Dienst für elektronische Post namens Gmail. Dieser Dienst eröffnete als erster ein Wortgefecht zwischen Datenschützern und Werbefirmen. Der Grund: Werbung, welche den Nachrichten-Dienst finanziert, entsprach grob den Inhalten/Interessen der Mail-Nachrichten.

Aber wo ist das Problem? Datenschützer und die Electronic Privacy Information Central (USA, Washington) finden es nicht in Ordnung, dass private Nachrichten von einem Computerprogramm durchgelesen werden, um passende Werbung zu finden. Dies sei laut des Postgeheimnisses illegal, so EPIC. Aber Google ist auf der sicheren Seite. Die Nachrichten werden nicht von einem Menschen gelesen, sondern lediglich von einer Maschine. Dies passiert in Bruchteilen von Sekunden. Und außerdem geschieht dies im Interesse des Nutzers. So kann gezielt die Werbung angezeigt werden, in welche der Nutzer eventuell interessiert ist, denn ohne Werbung wäre der Dienst nicht einmal kostenlos.

Google sammelt auch in anderen Diensten Daten von dir, das ist sicher. Google weiß, was du schaust (YouTube), an welchen Stellen du dich befindest (Google Maps), wie dein Haus aussieht (Google StreetView), wen du anrufst (Android-Handys), welche Webseiten du gerne besuchst (Google Chrome), was du liest (Google eBookstore) und welche Produkte du im Internet kaufst (Google Shoppingsuche).


Ein weiterer, viel genutzter Dienst von Google ist Google Analytics. Dieser ist eine Hilfe für Webseitenbesitzer, Statistiken und Gewohnheiten der Besucher ausfindig zu machen. Aufwändige Berechnungen und Vergleichsarbeiten sind nicht nötig. Die Analyseseite des Dienstes ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet viele Optionen. Solltest du mal eine Webseite besuchen, welche diesen Dienst benutzt, werden von dir viele Informationen an den Google-Server gesendet. Darunter sind zum Beispiel deine Auflösung, dein Betriebssystem, welchen Internetbrowser du benutzt – und noch vieles einiges mehr.

Auch hier schreien die Datenschützer laut auf. Aber wo liegt denn hier das Problem? Es werden keine Daten gesammelt, welche einen Benutzer punktgenau ausfindig machen könnten. Ich sehe hier sogar nur Vorteile. Ein Webseitenbetreiber kann so bestimmen, für welchen Browser die Webseite ausgelegt sein soll, oder für welches Betriebssystem die meisten Dienstleistungen angeboten werden sollen. Oder in welcher Sprache diese Webseite standardmäßig präsentiert werden soll.

Wenn wir schon mal bei Google sind, möchte ich noch etwas klar stellen. Auch die Gerüchte, dass man sich „erste Plätze“ in der Google-Suche erkaufen kann, sind gewissermaßen wahr. Allerdings sind diese „ersten Plätze“ (Werbung) in den Suchergebnissen durch einen hellgelben Hintergrund ersichtlich und beziehen sich auf unsere Suche.

Also warum sehen Datenschützer in diesen Diensten, welche anonyme Daten von uns sammeln, so große Probleme? Diese werden grundsätzlich zur Optimierung von Angeboten und Zufriedenstellung der Kunden verwendet. Und wer sich dagegen trotzdem schützen will, kann zumindest die Dienste umgehen. Aber wer sagt, dass andere Konzerne Nutzerdaten nicht auswerten?

Was sagst du dazu? Denkst du, dass Datensammlung im Internet etwas böses ist? Hinterlasse deine Meinung sehr gerne als Kommentar.

Kategorie: Nicht kategorisiert
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